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Missverständnis 4 von 10
„Unsere Kund:innen hören da eh nicht hin.“
Bewusst vielleicht nicht, wirken tut es trotzdem. Probieren Sie es aus: Schalten Sie den Ton einen Tag lang ganz ab. Stille im Geschäft ist unangenehm, und das spüren Ihre Kund:innen sofort.
Von der loudSTARK Redaktion · Stand: Oktober 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
- Musik und Ton im Geschäft wirken meist unbewusst, aber nachweisbar.
- Studien zeigen: Tempo, Stil und Lautstärke beeinflussen Verweildauer und Kaufentscheidungen.
- Kund:innen bemerken den Einfluss selbst kaum, gerade deshalb ist er so wirksam.
- Stille fällt dagegen sofort auf und wird oft als unangenehm empfunden.
Warum sich das Missverständnis hält
Warum der Ton unterschätzt wird
Fragt man Kund:innen nach ihrem letzten Einkauf, erinnern sich die wenigsten an die Musik. Daraus schließen viele Unternehmen, dass der Ton im Geschäft keine Rolle spielt. Doch dass etwas nicht bewusst wahrgenommen wird, heißt nicht, dass es nicht wirkt. Im Gegenteil: Gerade weil Musik und Klang im Hintergrund arbeiten, beeinflussen sie Stimmung und Verhalten, ohne dass sich jemand dagegen wehrt.
Die Forschung dazu reicht Jahrzehnte zurück. Smith und Curnow beobachteten bereits 1966 in Supermärkten, dass Kund:innen bei lauter Musik weniger Zeit im Geschäft verbrachten als bei leiser. Ronald Milliman zeigte 1982 im Journal of Marketing, dass langsame Musik das Gehtempo verringert und den Umsatz steigert. Und in der Studie von North, Hargreaves und McKendrick (1999) verkaufte sich bei französischer Musik mehr französischer Wein, bei deutscher Musik mehr deutscher. Die Käufer:innen gaben fast durchwegs an, die Musik habe ihre Wahl nicht beeinflusst.
Der einfachste Test ist aber Ihr eigenes Geschäft: Schalten Sie den Ton einen Tag lang ab. Plötzlich hört man jedes Gespräch an der Kassa, jedes Rascheln, jeden Schritt. Viele Kund:innen empfinden das als ungemütlich, und auch Ihr Team wird den Unterschied bemerken.
Das gilt übrigens auch im Vergleich zu Bildschirmen: Ein Screen wirkt nur, wenn jemand hinschaut. Mehr dazu unter Screens und Sound im Geschäft.
Was wirklich stimmt
Was der Ton im Geschäft bewirkt
Tempo und Verweildauer
Ruhige Musik verlangsamt, schnelle Musik treibt an. Wer das Programm bewusst plant, steuert, wie lange Kund:innen bleiben und wie entspannt sie einkaufen.
Stimmung und Marke
Musik prägt, wie ein Geschäft wahrgenommen wird: hochwertig, jung, familiär oder modern. Sie macht Ihre Marke hörbar, ohne ein Wort zu sagen.
Aufmerksamkeit für Botschaften
Kurze Spots und Durchsagen unterbrechen das Programm und fallen gerade deshalb auf. So erfahren Kund:innen von Aktionen, an denen sie sonst vorbeigehen.
So gehen Sie vor
So testen Sie die Wirkung in Ihrem Geschäft
- Der Stille-Test: Schalten Sie den Ton einen Tag lang ab und achten Sie auf Atmosphäre, Gespräche und Rückmeldungen.
- Team befragen: Ihre Mitarbeiter:innen erleben den ganzen Tag im Geschäft und merken Unterschiede besonders deutlich.
- Programm anpassen: Testen Sie bewusst unterschiedliche Musikstile oder Lautstärken zu verschiedenen Tageszeiten.
- Aktionen vergleichen: Bewerben Sie einen Artikel per Spot und vergleichen Sie den Abverkauf mit einer Woche ohne Spot.
Kurz gesagt
Unser Fazit
Kund:innen hören selten bewusst hin, und trotzdem wirkt der Ton: Studien zeigen Effekte auf Tempo, Verweildauer und Produktwahl. Wer zweifelt, macht den Stille-Test. Ein Tag ohne Ton zeigt meist sehr deutlich, was fehlt.
Alle zehn Missverständnisse finden Sie in der Übersicht. Wenn Sie wissen möchten, was Audiomarketing in Ihrem Geschäft bewirken kann, laden Sie unser Whitepaper herunter oder vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch.
Häufige Fragen zur Wirkung von Musik im Geschäft
Wirkt Musik im Geschäft auch, wenn Kund:innen nicht bewusst zuhören?
Ja. Ein großer Teil der Wirkung entsteht unbewusst. Musik beeinflusst Stimmung, Tempo und Wahrnehmung, ohne dass Kund:innen aktiv zuhören müssen. Das zeigt etwa die Studie von North, Hargreaves und McKendrick (1999): Je nach gespielter Musik verkaufte sich mehr französischer oder mehr deutscher Wein, obwohl die Käufer:innen den Einfluss der Musik kaum bemerkten.
Genau das macht Audio im Geschäft so wirkungsvoll. Es arbeitet im Hintergrund, ohne aufdringlich zu sein, und begleitet Kund:innen während des gesamten Einkaufs.
Welche Studien belegen die Wirkung von Musik auf das Kaufverhalten?
Zu den bekanntesten gehören drei Untersuchungen. Smith und Curnow (1966) stellten fest, dass Kund:innen bei lauter Musik kürzer im Supermarkt blieben. Ronald Milliman (1982, Journal of Marketing) zeigte, dass langsamere Musik das Gehtempo senkt und den Umsatz erhöht. North, Hargreaves und McKendrick (1999, Journal of Applied Psychology) belegten, dass die Herkunft der Musik die Wahl des Weines beeinflusst.
Seither ist das Thema vielfach weiter untersucht worden. Die Ergebnisse unterscheiden sich im Detail, die Grundaussage bleibt: Der Ton im Geschäft beeinflusst, wie Menschen sich fühlen und verhalten.
Ist ein Geschäft ohne Musik nicht neutraler?
Stille wirkt nicht neutral, sondern fällt auf. Ohne Ton hört man Gespräche an der Kassa, Geräusche aus dem Lager oder das Summen von Kühlregalen. Viele Kund:innen empfinden das als unangenehm oder sogar als unpersönlich, und Gespräche fühlen sich weniger privat an.
Ein passendes Musikprogramm schafft dagegen eine angenehme Grundstimmung, überdeckt störende Geräusche und gibt Kund:innen das Gefühl, willkommen zu sein. Testen Sie es selbst: Ein Tag ohne Ton zeigt meist deutlich, was fehlt.
Nehmen Kund:innen Werbespots im Geschäft überhaupt wahr?
Ja, gerade weil sich ein Spot vom laufenden Musikprogramm abhebt. Eine kurze, gut produzierte Durchsage fällt auf, ohne zu stören, besonders wenn sie in sinnvollen Abständen gespielt wird und zum Einkauf passt.
Der große Vorteil: Kund:innen hören die Botschaft genau dann, wenn sie handeln können. Wer von einer Aktion erfährt, während er im Geschäft steht, kann das Produkt sofort mitnehmen. Diese Nähe zur Kaufentscheidung hat kein anderer Werbekanal.
Wie laut sollte Musik im Geschäft sein?
Das hängt von der Branche, der Zielgruppe und der Tageszeit ab. Grundsätzlich gilt: Die Musik soll präsent sein, aber Gespräche nicht erschweren. In Geschäften mit Beratung sollte sie eher leiser sein, in jungen Modegeschäften darf sie mehr Raum einnehmen.
Wichtig ist auch die gleichmäßige Verteilung. Ein einzelner lauter Lautsprecher bei der Kassa wirkt anders als mehrere leise, gut verteilte Lautsprecher. Bei loudSTARK stimmen wir Technik und Programm so ab, dass der Ton im ganzen Geschäft angenehm ist.
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Quellen und weiterführende Links
Quellen
- Smith, P. C. & Curnow, R. (1966): „Arousal hypothesis“ and the effects of music on purchasing behavior. Journal of Applied Psychology, 50(3), 255–256.
- Milliman, R. E. (1982): Using Background Music to Affect the Behavior of Supermarket Shoppers. Journal of Marketing, 46(3), 86–91.
- North, A. C., Hargreaves, D. J. & McKendrick, J. (1999): The influence of in-store music on wine selections. Journal of Applied Psychology, 84(2), 271–276.
- loudSTARK Whitepaper „Ihr POS schläft? Wir wecken ihn auf!“ (9 Seiten, kostenloser Download)
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